Mehr Transparenz und Schutz der Integrität

Im vom Verband in Kraft gesetzten Swiss Medtech-Kodex sind seit Juni 2017 die Interaktionen der Mitgliedsunternehmen mit medizinischen Fachkräften und Einrichtungen geregelt. Seit 1. Januar 2018 ist neu deren direkte finanzielle Unterstützung für die Teilnahme an von Dritten organisierten Bildungskonferenzen nicht mehr möglich. Weiter hat die Branche Transparenzrichtlinien zur Dokumentation und Offenlegung von Ausbildungszuwendungen eingeführt.

Inwieweit sind Spenden, Geschenke, gesponserte Veranstaltungen, finanzielle Zuschüsse durch die Industrie an Fachpersonen im Gesundheitswesen oder die Abgabe von Gratismustern rechtlich erlaubt und ethisch vertretbar? Wo liegen die Grenzen der Zulässigkeit in der Interaktion zwischen Medtech-Firmen und medizinischen Fachpersonen und Einrichtungen?

Ziel der Zusammenarbeit beider Parteien ist die ständige Verbesserung und Weiterentwicklung medizinischer Technologien und Anwendungen. Dabei dient die Unterstützung von medizinischen Forschungs- und Bildungsprojekten dazu, die klinischen Fähigkeiten medizinischer Fachpersonen zu optimieren. Dank Instruktionen, Bildung, Schulungen und Serviceleistungen wird zudem eine sichere und wirksame Nutzung der Medizinprodukte gewährleistet.

Ausbildungszuwendungen konkret definieren

Mit dem am 12. Juni 2017 von Swiss Medtech in Kraft gesetzten Branchen-Kodex wird die Verpflichtung geschaffen, medizinische Ausbildung ausschliesslich über konkret definierte Arten von Zuwendungen zu unterstützen (siehe Kasten). Dabei betrifft der Kodex alle Veranstaltungen, die durch die Mitgliedsunternehmen des Verbands unterstützt oder organisiert werden.

Neu ist seit dem 1. Januar 2018 eine direkte Finanzierung der Teilnahme von medizinischen Fachpersonen an Bildungskonferenzen durch Medtech-Firmen nicht mehr möglich. Vielmehr dürfen Zuwendungen nur noch an medizinische Einrichtungen oder professionelle Konferenzveranstalter ausgerichtet werden. Zusätzlich eingeführt sind Transparenzrichtlinien zur Dokumentation und Offenlegung von Ausbildungszuwendungen.

Weiter enthält der Kodex spezifische Regeln für bestimmte Veranstaltungstypen (Konferenzen, Produkt- und Anwendungsschulungen etc.), für Forschungs- und Beratervereinbarungen, Zuwendungen und Spenden, Muster und Demonstrationsprodukte, Material für die fachliche Weiterbildung und Geschenke von geringfügigem Wert.

Höchste ethische Standards
Mit der Regelung jeglicher Interaktionen zwischen Mitgliedsunternehmen von Swiss Medtech und medizinischen Fachkräften beziehungsweise Einrichtungen ist gemäss Kodex sicherzustellen, dass Kliniken, Ärzte, Labortechniker, Pflegekräfte und Krankenhäuser/Kliniken unabhängige Entscheide fällen können, ohne dass gerechtfertigte Zuwendungen durch Medtech-Firmen beispielsweise als unzulässiger geldwerter Vorteil interpretiert werden.

Zweck des Swiss Medtech-Kodex zum ethischen Geschäftsverhalten ist, die Integrität und Reputation aller an der Entwicklung innovativer Medizintechnik beteiligten Parteien noch besser zu schützen. Dabei handelt es sich um eine proaktive, stringente Selbstregulierung durch die Branche, die über die geltende Gesetzgebung hinausgeht. Der neue Kodex soll gewährleisten, dass Medizintechnikunternehmen und ihre Vertreter gemäss höchsten ethischen Standards handeln. Er dient dazu, die positive Aussenwahrnehmung und das öffentliche Vertrauen und Verständnis für die wertvollen Beiträge aus der Zusammenarbeit mit medizinischen Fachkräften zu stärken.

Der Kodex und weitere Informationen sind auf der Website von Swiss Medtech
unter https://swiss-medtech.ch/de/web/swiss-medtech-website/legal-compliance1 verfügbar. Er lehnt sich an den «MedTech Europe Code of Ethical Business Practice» des europäischen Dachverbands an.

Jörg Baumann, Ltg. Legal & Regulatory und Stv. Geschäftsleiter, Swiss Medtech
Kathrin Cuomo-Sachsse, Kommunikation Swiss Medtech



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